Heute fand wieder der traditionelle Nikolauslauf über die Halbmarathondistanz statt und unser Mann im blauen Trikot (Kim-Tim von Schlossberg) war für das Yeda.de-Team mit am Start. Nach dem Lauf hatten wir die Gelegenheit zu einem ausführlichen Interview (erscheint eventuell demnächst auch als Buch).

"Ich habe vom Start an nicht wirklich ins Rennen gefunden" sagt Kim-Tim. "Ich war hüftsteif und bekam die Beine nicht auseinander." Bei dieser seltenen Fotografie sieht man, wie die Entenarschhaltung ihn bremst. (C) Yeda 2011
Yeda.de-Team: Hallo Kim-Tim. Du bist verschwitzt, stinkst und hast gerade nach 1:57 Stunden das Ziel erreicht. Zufrieden mit Deiner Leistung?
KT: Überhaupt nicht. Das ist eine Katastrophe. Ich hatte mir deutlich mehr erhofft – also weniger Minuten. Ich konstatiere hiermit druckreif: Ich bin vorerst gescheitert.
YT: Bist Du eingebrochen?
KT: Nein, das war jemand anderes. Ich verdiene mein Geld jetzt sauber. Ich lasse mir nicht alles anhängen.
YT: Nein, wir meinen: Hattest Du einen Hungerast, einen Schwächeanfall?
KT: Nein, überhaupt nicht. Ich hatte von Anfang an keine Kraft und keinen Biss.
YT: An was kann’s gelegen haben?
KT: Ich weiß es im Moment wirklich nicht. Ich habe schlecht geträumt – Britney Spears sei gestorben. Und beim Aufwärmen habe ich bemerkt, dass ich heute hüftsteif bin und die Beine nicht auseinander bekomme.
YT: Aha? Man munkelt, Du hättest zu viel auf den Rippen.
KT: Das mag subjektiv so scheinen. Aber das Problem war mechanischer Art: Wenn man den Oberschenkel nicht gut heben kann, dann entwickelt sich keine Kraft. Ich bin vom ersten Kilometer an zu langsam für meine Ziele und Ansprüche gelaufen.
YT: Wahrscheinlich nicht gut trainiert?
KT: Ich kann dazu im Augenblick überhaupt nichts sagen. Aber irgendwo muss ich einen unverzeihlichen Fehler gemacht haben. Und den gilt es zu finden.
YT: Und auf der Strecke? Wie geht man damit um, wenn man nicht von der Stelle kommt?
KT: Das ist schwierig. Aber ich war schon beim ersten Bettelweg ganz tief im roten Bereich, hatte also auch mit dem Puls schon Probleme. Zum anderen hatte ich die ganze Zeit Krämpfe im linken Fuß.
YT: Du meinst “linkes Bein”
KT: Nein, überhaupt nicht. Ich meine Fuß. Im Mittelfußbereich kamen die Krämpfe und somit war die ganze linke Seite malade heute.
YT: Wie war das Wetter und die Sichtverhältnisse?
KT: Ziemlich warm; kein Eislaufen wie letztes Jahr. Nur auf der Hochebene ging ein friesinger Wind aber niemand stolperte über den Pechstein.
YT: Wie sehen die sportlichen Ziele für die nächste Zeit aus? Rücktritt?
KT: Ich werde jetzt natürlich schonungslos und aufs allerhärteste nach den unverzeihlichen Fehlern suchen, die ich in der Vorbereitung gemacht habe und an denen ich vorerst gescheitert bin. Dann entscheide ich, ob ich mich für das 2-Stunden-Badewannensitzen in London melde oder ob ich nochmals die Laufschuhe schnüre.
YT: Wir sind gespannt. Dürfen wir noch wissen: Was liest ein Kim-Tim in der Badewanne? Die Guttenberg-Bibel?
KT: Nein, überhaupt nicht. Zur Zeit lese ich “Wie wir die Demokratie abgeschafft haben, ohne dass es jemand bemerkte” von den Wirtschaftsweisen. Sehr interessant.
YT: Wir wünschen weiterhin gute Unterhaltung und Lektüre.
KT: Danke. Danke. Ich danke für dieses Gespräch.