Das neue Album von Dottore Gsallbahdore

Freunde und Pflichtgäste,

der mir wohlbekannte und wohlgelittene Dottore Gsallbadhore hat sich zur Veröffentlichung eines musikalischen Werkes (unter CC) entschlossen, welchem er den Namen “unseen” gegeben hat.
Ich berichte darüber nicht pflichtschuldig sondern tendenziös. Der dritte Track “Kleine Kreaturen (little creatures)” gefällt mir sehr gut. Ich stelle mir dazu eine Werbung vor …

Und nun hört Euch das Opus an.

Du oder Sie — bin ich noch alt oder (schon wieder/noch immer) jung

Es ist schon manchmal paradox auf der Welt, zumindest auf/in meiner: Da lebt man lässig und unbekümmert die zehn Jahre zwischen 20 und 30, merkt dann urplötzlich, dass man nicht mehr wirklich jung ist, lässt die diversen Phasen des “Nicht-Wahrhabens und Verneinens” (frei nach Kübler-Ross und Jamiri) hinter sich und lässt dann auch der Jugend die eine oder andere Schlamperei durchgehen, die man selbst dann im Alter wieder machen wird.

Da geht man ohne große Bedenken über die Straße, schon wird man geduzt. Und das in meinem Alter!

Auf der anderen Seite allerdings regt man sich auf, wenn man beim Nikolauslauf nicht besser wird. Man wäre also gern noch jung, aber auch nicht wirklich. Es hat schon seinen Sinn. So weit so gut.

Doch dann kommt der Punkt, an dem man wieder geduzt wird. Erst von diversen Fremden per Email, dann wirklich auffällig oft auf der Straße. Zum Beispiel so: Von hinten ruft es.

“Hey Du, Du! Duuuh!”
Ich drehe mich um, da der Mann wohl auch mich meinen könnte.
Was ich sehe: Ein Typ, der locker 10 Jahre jünger ist als ich.
“Bitte, junger Herr, was wünschen Sie?”
“Hey Du!  Weisch Du wo isch Internetgaffeeee?”
Ich lege mich auf Drogendealer oder Teppichhändler fest.
“Nein, tut mir leid, ich wohne in dieser Stadt und bevorzuge deshalb den heimischen Zugang zum Internet.”

Ich bin etwas überrascht ob der tatsächlichen Wahl des “Du” – normalerweise würde man einfach sagen: “Entschuldigung … Sorry .. äh … dingsbums ..”

10 Minuten später (oder waren’s nur 9?):

“Hey Du, hast Du mir vielleicht eine Zigarette?”
“Nein, tut mir leid, ich habe keine.”

Ich weiß wirklich noch nicht, was ich davon halten soll. Ich werde es weiter beobachten.

 

Best of 2011 – Kategorie: “Wiederentdeckung”

Es ist schon verwunderlich, wie viel man vergisst. 1994 (oder doch schon 1993?) habe ich mir eine Kassette gekauft, die den simplen Namen “Maria McKee” trug und die hier und da lief. Ich hielt sie nie für die beste Platte aber ich habe die Kassette nie weggeworfen. Und auch nicht beim letzten Ausmisten. Heute habe ich sie – nach zig Jahren – zufällig gefunden und da ich – zufällig – wieder eine Kassettenanhörgelegenheit hatte, durfte Maria ran. Und: Was soll ich sagen. Sie hat mich (ohne dass ich es wusste) extrem beeinflusst. Und erst heute wurde mir bewusst, wie gnadenlos gut diese Frau ist. Herausragende Musikerin hoch zehn.
Und jetzt mein Lieblingssatz: Sie spielt in der Liga von Diana Ross! Aber als Songwriterin UND Sängerin! (Zu Diana Ross ein anderes Mal mehr)

Jeder Song war mir mit jedem Ton sofort wieder gegenwärtig. Aber besser als früher, weil ich mehr Musik gehört habe und mehr Musik gemacht habe. Leider gibt es nichts von der Platte bei Youtube. Aber “Good heart” kennt jeder. Auch wenn nicht jeder weiß, dass McKee diesen Song einst verantwortete.
Aber erst heute habe ich erfahren, dass McKee keine Irin ist, sonder aus den Staaten kommt. Ich habe die Kasette eben in GB oder Irland gekauft, deshalb diese seltsame Einordnung

“Vorerst gescheitert” – Ein Interview nach dem Nikolauslauf

Heute fand wieder der traditionelle Nikolauslauf über die Halbmarathondistanz statt und unser Mann im blauen Trikot (Kim-Tim von Schlossberg) war für das Yeda.de-Team mit am Start. Nach dem Lauf hatten wir die Gelegenheit zu einem ausführlichen Interview (erscheint eventuell demnächst auch als Buch).

Kim-Tim kam nicht wirklich von der Stelle. Sitzende Laufhaltung (Entenarsch)

"Ich habe vom Start an nicht wirklich ins Rennen gefunden" sagt Kim-Tim. "Ich war hüftsteif und bekam die Beine nicht auseinander." Bei dieser seltenen Fotografie sieht man, wie die Entenarschhaltung ihn bremst. (C) Yeda 2011

 

Yeda.de-Team: Hallo Kim-Tim. Du bist verschwitzt, stinkst und hast gerade nach 1:57 Stunden das Ziel erreicht. Zufrieden mit Deiner Leistung?

KT: Überhaupt nicht. Das ist eine Katastrophe. Ich hatte mir deutlich mehr erhofft – also weniger Minuten. Ich konstatiere hiermit druckreif: Ich bin vorerst gescheitert.

YT: Bist Du eingebrochen?

KT: Nein, das war jemand anderes. Ich verdiene mein Geld jetzt sauber. Ich lasse mir nicht alles anhängen.

YT: Nein, wir meinen: Hattest Du einen Hungerast, einen Schwächeanfall?

KT: Nein, überhaupt nicht. Ich hatte von Anfang an keine Kraft und keinen Biss.

YT: An was kann’s gelegen haben?

KT: Ich weiß es im Moment wirklich nicht. Ich habe schlecht geträumt – Britney Spears sei gestorben.  Und beim Aufwärmen habe ich bemerkt, dass ich heute hüftsteif bin und die Beine nicht auseinander bekomme.

YT: Aha? Man munkelt, Du hättest zu viel auf den Rippen.

KT:  Das mag subjektiv so scheinen. Aber das Problem war mechanischer Art: Wenn man den Oberschenkel nicht gut heben kann, dann entwickelt sich keine Kraft. Ich bin vom ersten Kilometer an zu langsam für meine Ziele und Ansprüche gelaufen.

YT: Wahrscheinlich nicht gut trainiert?

KT: Ich kann dazu im Augenblick überhaupt nichts sagen. Aber irgendwo muss ich einen unverzeihlichen Fehler gemacht haben. Und den gilt es zu finden.

YT: Und auf der Strecke? Wie geht man damit um, wenn man nicht von der Stelle kommt?

KT: Das ist schwierig. Aber ich war schon beim ersten Bettelweg ganz tief im roten Bereich, hatte also auch mit dem Puls schon Probleme. Zum anderen hatte ich die ganze Zeit Krämpfe im linken Fuß.

YT: Du meinst “linkes Bein”

KT: Nein, überhaupt nicht. Ich meine Fuß. Im Mittelfußbereich kamen die Krämpfe und somit war die ganze linke Seite malade heute.

YT: Wie war das Wetter und die Sichtverhältnisse?

KT: Ziemlich warm; kein Eislaufen wie letztes Jahr. Nur auf der Hochebene ging ein friesinger Wind aber niemand stolperte über den Pechstein.

YT:  Wie sehen die sportlichen Ziele für die nächste Zeit aus? Rücktritt?

KT: Ich werde jetzt natürlich schonungslos und aufs allerhärteste nach den unverzeihlichen Fehlern suchen, die ich in der Vorbereitung gemacht habe und an denen ich vorerst gescheitert bin. Dann entscheide ich, ob ich mich für das 2-Stunden-Badewannensitzen in London melde oder ob ich nochmals die Laufschuhe schnüre.

YT: Wir sind gespannt. Dürfen wir noch wissen: Was liest ein Kim-Tim in der Badewanne? Die Guttenberg-Bibel?

KT: Nein, überhaupt nicht. Zur Zeit lese ich “Wie wir die Demokratie abgeschafft haben, ohne dass es jemand bemerkte” von den Wirtschaftsweisen. Sehr interessant.

YT: Wir wünschen weiterhin gute Unterhaltung und Lektüre.

KT: Danke. Danke. Ich danke für dieses Gespräch.

 

Fox News und die Konstruktion der Wirklichkeit

Interessant: Leute, die “Fox News” anschauen, sind laut diesem Artikel in der Sueddeutschen etwas uninformierter als der Rest.
Oder anders formuliert: Sie glauben an eine andere Wahrheit als die anderen/die Mehrheit (die Priester, wenn man es so will).

Ich persönlich bin jedoch der Meinung, dass die Medien immer nur Konstruktionen liefern und deshalb glaube ich eigentlich  nur das, was ich sehe, wenn ich aus dem Fenster schaue. Im Moment also nix, da die Rollos geschlossen sind.

Es bleibt allerdings die Frage: Wie kann man sein Leben vor Fox News verbringen?

(C) Yeda 2011