Audible und die hohen Hürden des Hörbuches (Audible ist scheiße!)

Spät in der Nacht. Beim ultimativen Licht-Aus geht die Stimme in meinem Kopf an:
“Hey! Was ist mit dem Zarathustra? Du wirst nur glücklich, wenn Du ‘Also sprach Zarathustra’ von Nietzsche gelesen hast. Los, Hopp!”

Also Licht wieder an, mit einem Griff ins Bücherregal den Zarathustra rausgezogen. Aber nach über 20 Stunden auf den Beinen fielen mir die Augen schon beim Betrachten des Titelblatts zu. Dafür aber sofort eine neue Aktion meiner unerschütterlichen  inneren Stimme:
“Man könnte ja nach einem Hörbuch suchen…”
Ja, könnte man. Man war Sekunden später auch schon damit beschäftigt. Und man landete nach einigen Augenblicken über Amazon bei einem kostenlosen Test-Angebot (1 Monat kostenlos (oder so ähnlich)) von Audible. Man benötigt kein neues Konto, sondern kann einfach mit dem Amazon-Konto testen. 8 Stunden Zarathustra kostenlos. Ich griff zu. Kultur kann so schön sein!

Wer jetzt (wie ich) erwartet hat, dass man zwischen den Formaten *.wav, *mp3 und *.ogg  und eventuell sonstigen auswählen kann und sich den Schinken auf die Platte legen kann, der irrte. Ich irrte gewaltig. Vor dem Download des guten Zarathustra stand der Download des räudigen Audible Audio Mangers (den ich überhaupt nicht wollte!).  Danach muss man die wirklich gewollte Datei gleich beim Download mit dieser Software öffnen. Wer dann – wie ich – eine abspielbare Audiodatei auf der Festplatte erwartet hatte, der wurde bitter enttäuscht. Das Format lässt sich ausschließlich mit der Audible-Software auf dem Rechner abspielen. Mein MP3-Player (Sony) ist nicht kompatibel und wird – dicker Brocken! – nicht unterstützt. Hörbuch-Hören beim Joggen? Nicht mit Audible!

Im Moment bin ich dabei, mir den neo-faschistischen-Apple-Dreck Itunes runterzuladen, damit ich mir mein vermaledeites Hörbuch als CD brennen kann und somit die Audiodaten wieder dem mir bekannten Kreislauf zuführen kann. Anders scheint das nicht zu gehen. Aber was tut man nicht alles für den Zarathustra? (Ich hätte mir für 10 Euro die CDs bei Ebay ersteigern sollen!)

Was bleibt:  Apple ist der größte Dreck und ich werde jedes Macbook mit soviel Gewalt zuklappen, dass der Macianer seine Finger los ist.
Audible ist ein Haufen Scheiße. Vergiss das Joggen, du wirst die Zeit benötigen, um die CDs wieder in Mp3 umzuwandeln.

Wer so mit Usern und Kunden umgeht, der darf sich nicht wundern, wenn die Kunden ihn  wirklich schlagen. In die Fresse rein! Wie soll man sonst diesen puren Hass ausleben, der einen bei derartiger Verarsche überkommt?  Habe mich selten so aufgeregt.

Nachtrag am 19. Dezember 2011:
Habe eben das Probe-Abo gekündigt. Lustigerweise bietet Audible dann folgendes an: Bei einem 3-Monats-Probe-Abo-Verlängerungs-Dings bekommt man einen kompatiblen (!) Mp3-Player von Philips (4GB, sehr bescheiden, habe ich hier auch noch rumliegen  …) geschenkt. Die sind sich also durchaus bewusst, dass ihr Format nichts taugt. Aber was will ich mit noch einem Mp3-Player, wenn auch mein Nokia-Handy nicht unterstützt wird? Alles in allem eine nicht ausgereifte Scheiße.